Jugendpolitische Forderungen des BDKJ Fulda

Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in Kirche und Gesellschaft stärken

Die persönliche Meinung in Entscheidungsprozessen einzubringen und das Lebensumfeld aktiv mitzugestalten, sind die Grundlagen einer starken Demokratie. Kirche und Verbände gehören ebenfalls zur Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen dazu. Mitsprache und aktive Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an wichtigen Entscheidungsprozessen ist eine entscheidende Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit von Kirche. Ein wichtiges Mittel Kinder und Jugendliche für die aktive Teilhabe an politischen Prozessen zu sensibilisieren ist die politische Bildung.

Wir fordern:

  • Einbindung junger Menschen in sämtliche demokratischen Entscheidungsprozessen
  • Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen in kirchlichen Gremien (Bistumsprozess 2030, Katholikenrat, Jugendsynode)
  • Politische Bildung stärken

Ehrenamt ermöglichen-Demokratie stärken!

Über 6.000 Kinder und Jugendliche engagieren sich ehrenamtlich in den Mitgliedsverbänden des BDKJ-Fulda. Dieses ehrenamtliche Engagement ist eine tragende Säule unserer Gesellschaft und entspricht der christlichen Nächstenliebe. Häufig entscheiden sich junge Erwachsene vor der Berufsausbildung oder dem Studienbeginn ein Freiwilliges Soziales Jahr oder den Bundesfreiwilligen-dienst zu absolvieren und setzen damit ein Zeichen für soziales Engagement. Viele gesellschaftlichen Entwicklungen setzen ehrenamtliches und soziales Engagement unter Druck wie etwa die zu-nehmenden bürokratischen Hürden, längere Schultage und wachsender Leistungsdruck im Bildungssystem sowie die zunehmende Nutzung von Ganztagsangeboten und Nachmittagsbetreuung. Es wird immer schwieriger sich außerhalb des schulischen Kontextes ehrenamtlich zu engagieren. Durch unsere kontinuierliche Arbeitsweise und unseren demokratischen Verbandsstrukturen, machen wir Demokratie spürbar und tragen somit aktiv zum Erhalt der Demokratie bei.

Wir fordern:

  • Alltag und Ehrenamt in der Jugendarbeit müssen miteinander vereinbar sein
  • Keine Überlastung des Ehrenamts durch bürokratischen Aufwand
  • Förderung von Freiwilligendiensten sowie inhaltliche und finanzielle Gleichstellung der Dienstformen FSJ und BFD
  • Förderung von verbandlicher Kinder- und Jugendarbeit
  • Dass ehrenamtliche Jugendarbeit in der Politik nicht weniger, sondern finanziell mehr gefördert wird 

Eintreten für den Sonntagsschutz

Der im Grundgesetz verankerte Sonntagsschutz steht derzeit unter Druck. Forderungen nach einer Änderung bzw. einer weiteren Liberalisierung des Ladenöffnungszeitengesetzes stellen auf der einen Seite den Sonntag als Tag des Herrn und Tag der Arbeitsruhe infrage und bedrohen gleichzeitig auch ehrenamtliches Engagement.

Wir fordern:

  • Sonntagsschutz erhalten

Integration und Teilhabe junger Geflüchteter fördern

Die positive Resonanz für das Spielmobil des BDKJ „flotter Jupp“ im Rahmen der Integrationsarbeit zeigt ebenso, wie aktuelle Zahlen zur Altersstruktur der angekommenen Geflüchteten (BAMF 2018), dass die Ermöglichung und Bereitstellung von Strukturen zur Förderung von Teilhabe und Integration als Aufgabe zu setzen ist. Integration sollte als dialogischen Prozess verstanden werden, welcher erst durch die Ermöglichung von gerechten Zugangswegen zu allen gesellschaftlichen Systemen und dem Willen und die Motivation aller Beteiligten gelingen kann.

Wir fordern:

  • Integration und Teilhabe junger Geflüchteter fördern
  • Gleiche Jugendhilfestandards für alle Jugendlichen sicherstellen

Kinderrechte stärken und Kinder- und Jugendarmut bekämpfen

In Hessen lebt etwa jedes fünfte Kind unter 18 Jahren in ärmlichen Verhältnissen (Bertelsmanns-Stiftung 2017). In prekären Lebensverhältnissen zu leben bedeutet für Kinder und Jugendliche dauerhaft mit tiefgreifenden Einschränkungen umgehen zu müssen. Die Mittellosigkeit beeinflusst Lebensqualität und Zukunftschancen. Die sozialen Unterschiede spiegeln sich auch in der Arbeit der Jugendverbände wieder, wenn z.B. Eltern den Teilnahmebeitrag von Kindern nicht zahlen können. Diese Situation steht im Kontrast zur UN-Kinderrechtskonvention, die die Rechte auf soziale Sicherheit und angemessene Lebensbedingungen sichert. Kinder- und Jugendarmut stehen der Realisierung der Kinderrechte im Weg.

Wir fordern:

  • Aufnahme der Kinderrechte in die Verfassung des Landes Hessen und eine Beachtung der Kinderrechte in der Gesetzgebung
  • Strukturen der Beratung, Unterstützung und Interessenvertretung stärken
  • Kinderrechte kommunizieren
  • Inklusive und gerechte Bildungszugänge

Nachhaltige Entwicklung und fairer Handel

Die U-18-Wahlumfrage des BDKJ Fulda hat gezeigt, dass für 88 % der Befragten/Teilnehmenden das Thema Nachhaltigkeit, ebenso wie das Thema fairer Handel, eine wichtige Rolle spielt. Papst Franziskus verweist auf die öko-soziale Dimension von Nachhaltigkeit und damit auf den Zusammenhang von ökologischen und sozialen Fragen. Ausgehend vom eigenen Handeln, müssen auch die strukturellen Ursachen der ökologischen und sozialen Krise beseitigt werden. Das erfordert globale und generationenübergreifende Solidarität.

Wir fordern:

  • Bildung für nachhaltige Entwicklung und ganzheitliche Ökologie
  • Faire Beschaffung in Verbänden, Pfarreien, Kommunen, Bistum, etc.
  • Weltkirchliches Engagement

Geschlechtergerechtigkeit ausbauen und Sensibilität fördern

Das christliche Menschenbild beansprucht die gleiche Würde für Männer und Frauen. Aus diesem Grund ist es unerlässlich sich stetig für Geschlechtergerechtigkeit in Kirche und Gesellschaft einzusetzen und bestehende Ungerechtigkeiten zu überwinden. Ausgangspunkt dafür ist oft die Sensibilisierung für die weiterhin existierenden Ungerechtigkeiten.

Wir fordern:

  • Geschlechtergerechtigkeit in Kirche und Gesellschaft
  • Geschlechtergerechte Sprache
  • Beteiligungsgerechtigkeit in Leitungsgremien

Kontakt

Stefanie Wahl

Referentin für politische Bildung Tel.: 0661/ 87-434        stefanie.wahlbistum-fuldade